Solidaritäts-Gastspiel: Theater unterm Dach
Box
19.00 

UNTERTAN - "Wir sind Dein Volk"


Im Anschluss an die Vorstellung um 20.30 Uhr findet im Saal eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kulturabbau in Pankow" statt.

Mit: BezirksstadtratDr.Torsten Kühne, Leiter Abt. Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice, Prof. Jens Becker, Vertreter des Aktionsbündnis Berliner Künstler, Dr. Frank Keding, Vertreter der Künstler,Stéphane Bauer, Rat für die Künste, Leonie Baumann, Sprecherin des Rates der Künste und Ulrich Khuon.

 

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Bilder 1. Aktionstag

 

Unzählige Besucher beim Künstleraktionstag im Thälmannpark

 

Neuer Plan: SPD- Fraktion will Kulturamt Pankow arbeitsunfähig sparen

 

Am Samstag folgten bei strahlendem Wetter unzählige Besucher der Einladung des Aktionsbündnisses Berliner Künstler zum Künstleraktionstag auf dem Kulturareal am Thälmannpark. Die WABE, wo bis weit nach Mitternacht Schauspieler, Sänger, Bands und Tänzer das Publikum fesselten, platzte aus allen Nähten. Hunderte Zuschauer brachten mit ihrer Unterschrift für das Aktionsbündnis Berliner Künstler zum Ausdruck, dass sie gegen weiteren Kulturabbau in Pankow und für den Erhalt des letzten großen kommunalen Kulturareals in Pankow kämpfen werden. Auf der Bühne standen unter anderem Axel Prahl, Ret Marut mit Maria Simon und Bernd Michael Lade, die IG Blech, der Chor der abgewickelten Erich-Fried-Schule, Käthe Reichel, MuSix, die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, junge Nachwuchsbands wie Dario, Kolumbus Kill, Daniel Hilpert und Band und viele andere.

 

Zu den Fotos vom Künstleraktionstag bitte nach unten scrollen!

 

Auftakt des Künstleraktionstages war eine kulturpolitische Debatte unter der souveränen Moderation von Petra Schwarz, die von zahlreichen interessierten Zuschauern verfolgt wurde. Auf dem Podium saßen der Bundestagsdirektkandidat der Linken Stefan Liebich, die kultur- und medienpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Abgeordnetenhaus Alice Ströver, Vertreter von FDP und CDU, Kulturstadtrat Michail Nelken (Linke), die Liedermacherin Bettina Wegner, die Schauspielerin Walfriede Schmitt und weitere Künstlerinnen und Künstler. Im Vorfeld bemühte sich das Aktionsbündnis wochenlang um die Teilnahme von SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Thierse. Der studierte Kulturwissenschaftler wich der Diskussion um den wichtigsten Kulturstandort in seinem Wahlkreis jedoch aus und zog es vor, zur gleichen Zeit bunte Flyer vor dem Rathauscenter zu verteilen. Auch der Bundestagsdirektkandidat Björn Böhning und Brigitte Lange, kulturpolitische Sprecherin der SPD im Abgeordnetenhaus, sagten ab. In letzter Minute erklärte sich Max E. Neumann, Vorsitzender des sozialdemokratischen Kulturforums Nordost, bereit, die Positionen seiner Partei zu vertreten.

Es war Konsens in der Runde, dass der Erhalt kommunaler Kultureinrichtungen in Berlin zur Grundversorgung der Bevölkerung gehört, wie es die Berliner Landesverfassung vorschreibt. Das ist die Theorie, was aber geschieht in der Praxis? Kulturstadtrat Nelken und die anwesenden Künstler waren sich einig, dass die Kultur in Pankow und vielen anderen Bezirken gegenwärtig systematisch kaputt gespart wird und die Schmerzgrenze längst überschritten wurde.

Max E. Neumann, der sich auf der Webseite des Kulturforums Nordost selbst auch zum Erhalt kommunaler Kultur bekennt, kam in Erklärungsnot, weil die SPD-Fraktion in der BVV Pankow auf sehr subtile Weise versucht, die stadtbekannten Kultureinrichtungen im Thälmannpark zu verdrängen und damit das letzte Tafelsilber an kommunaler Kultur zu verscherbeln. Hinzu kommt, dass die durch den SPD-Willen obdachlos werdenden Kulturinitiativen vom Eliashof geschlossen in das Kulturareal am Thälmannpark umziehen sollen. Bei dieser Gelegenheit stellt die SPD gleich das Konzept des ganzen Kulturareals (Wabe, Theater unterm Dach, Kunsthaus, Galerie parterre) in Frage. Dieses Konzept beinhaltet, kommunale Freiräume und deren Infrastruktur für verschiedenste Künstler und ihre Arbeit anzubieten. Nachdem die Sozialdemokraten mit dieser Politik schon Künstler gegen Künstler aufgebracht haben, gehen sie nun einen Schritt weiter: Sie bringen am Mittwoch eine Vorlage in die Bezirksverordnetenversammlung ein, die einer Erpressung gleicht. Kulturstadtrat Nelken soll mehrere leitende Personalstellen des Kulturamtes abbauen- dazu gehören die Leiterinnen von Kulturamt, WABE, Theater unterm Dach und Galerie parterre. Dafür dürfte er 561.000 € mehr, als bisher der Haushaltsentwurf von 2010 vorsieht, für den Kultur- und Bildungsbereich einsetzen. Wenn dieses Szenario im personell minimal besetzten Kulturamt Pankow (derzeit insgesamt 10 Stellen für 7 Kultureinrichtungen) umgesetzt würde, dann gäbe es zwar 2010 Fördergelder für die freien Künstler, aber ihre fachliche Interessenvertretung wäre für immer weggespart!

Insgesamt sollte Nelken Einssparungen von 1,25 Mio. Euro im Kulturhaushalt 2010/11 erbringen. Damit würde die Kultur bei einem Anteil am Pankower Haushalt von 2% rund 1/3 des gesamten Bezirkshaushaltsdefizits tragen müssen! Weil Kulturstadtrat Nelken nicht bereit war, diesen kulturellen Kahlschlag mit zu tragen, gab es ein Misstrauensvotum gegen ihn, das jedoch scheiterte. Das Aktionsbündnis Berliner Künstler hofft, dass die SPD am 23.09. mit ihrer absurden Kulturpolitik nicht nur allein da steht und keine Mehrheit findet, sondern sich eines Besseren besinnt.

 

Wir rufen alle kulturinteressierten Bürger auf, am Mittwoch um 17.30 Uhr in den BVV- Saal Fröbelstr. 17 zu kommen und die Debatte zu verfolgen!

 

Wir bitten alle Pankower, bei der Abgabe ihrer Stimme zur Bundestagswahl am 27.09. zu bedenken, welche Kandidaten unseren Wahlbezirk würdig vertreten und welche nicht! Wir bekommen die Regierung, die wir verdienen!

 

 

Bilder 2. Aktionstag

 

2. Künstleraktionstag

 

Am 19. September 2010 fand der 2. Künstleraktionstag statt, auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten. Wieder waren die Kultureinrichtungen am Thälmannpark mit den Losungen der Künstler geschmückt. Ein guter Zeitpunkt, um eine kleine Bilanz zu ziehen: Vor einem Jahr ging es dem Künstleraktionsbündnis darum, diese kommunalen Kulturstätten grundsätzlich zu erhalten. Dieses Ziel haben wir erreicht! Nun steht der Bezirk, stehen die Abgeordneten der BVV hinter uns, denn es werden jetzt dringend Gelder aus Berliner- und Bundesmitteln benötigt, um die marode Gebäudesubstanz der Einrichtungen zu erhalten. Dieses Thema prägte den Abend des 2. Künstleraktionstages, der in der Wabe als Hauptveranstaltungsort von vielen Künstlern getragen wurde. Zeitgleich fanden im Theater unterm Dach Lesungen mit Torsten Schulz, Walfriede Schmitt, Peter Wawerzinek, Nora Buschmann, sowie Ursula Karusseit statt. Das Publikum kam in Scharen, bis an die Belastungsgrenze der Häuser, und die großartige Stimmung trug den Abend bis nach Mitternacht.

In der WABE mit dabei: die Percussion- Band Rakatak, der Erich-Fried-Chor mit Andreas Bunckenburg, Theatersport mit den Gorillas (u. a. Tom Jahn), der Autor Peter Wawerzinek mit der Musikerin Nora Buschmann, SingerSongWriterin McKinley Black, SWiM, SchülerInnen der Musikschule Béla Bartók mit prominenter Unterstützung von Georgi Gogow (City), sowie Rainer Rohloff und Ulli Rothe, Comedian Hans Krüger, Johannes Bauer mit seiner Posaune, Schauspieler Thomas Rühmann zusammen mit Musiker Tobias Morgenstern, der Liedermacher "Der Narr" mit Begleitung, die Sängerin Pascal von Wroblewsky, der Choreograph und Tänzer Ricardo de Paula mit seiner Gruppe, der Akrobat Robert Große.

Zwischendurch gab es Filmeinspielungen, in denen die Schauspielerin Nadja Engel als Clown Timani augenzwinkernd dem Publikum jene Orte des Hauses zeigte, die dringend saniert werden müssen. Durch das Programm führte die Schauspielerin Petra Kelling, die sich bei den Künstlern mit Überraschungseiern und Schokoküssen bedankte.

Höhepunkt des Abends war eine Band ohne Namen um den Regisseur Andreas Dresen. Zusammen mit dem Schauspieler Axel Prahl, dem Autor Torsten Schulz und weiteren Freunden spielten sie neben Eigenen Songs von Gerhard Gundermann und Rio Reiser.