Aktuelle Statements zur BVV am 15.2.2012

 

An die Stadtverordneten von Pankow

Die Kultur ist ein kommunaler Besitz: das Flair des Bezirks.

Sie verdankt sich der Begabung und dem Engagement seiner Bürger.

Sie ist das Grundwasser im Lebensprozeß. Wer es abgräbt, produziert die Wüste.

Wo die kulturellen Orte verschwinden, entstehen die No-Go-Areas der Langeweile, des Stumpfsinns und der Gewalt.

Wir wollen nicht kulturlos leben.

Volker Braun

 

 

 

Hallo Pankow! 

Jetzt passt mal auf, ihr eingebildeten Stadtärsche! Die wichtigsten Mitglieder von Knorkator wohnen in Köpenick! Nur Buzz Dee nicht. Verrat! Trotz ständigem Drängelns und immer wieder aufkommender Diskussionen bleibt er ein unbelehrbarer Pankower. Das liegt bestimmt daran, dass Köpenick ein ziemlich langweiliger Bezirk ist. In Pankow dagegen brennt die Luft. Pankow ist wie ein großer lebendiger Organismus, mit dessen kulturellem Wurzelgeflecht die Pankower symbiotisch verbunden sind. NOCH! Denn wenn all die lieb gewonnenen Kultureinrichtungen, in denen auch Buzz Dee groß geworden ist, bald Geschichte sind, wird es bei ihm genau so öde, wie in Köpenick. Insofern können wir die neuesten Gerüchte um die Pankower Kultur nur begrüßen, denn was hält einen Vollblutkünstler und urbanen Tausendsassa in so einem Bezirk? Nichts! Dann kann er genauso gut hier zu uns in die Vorstadtidylle ziehen, wo er wie jeder normale alte Mann in verkehrs- und kulturberuhigten Fußgängerzonen seinem Ende entgegensterben kann. Also: Bravo, Herr Bürgermeister! Gib uns unseren Buzz Dee zurück! Vergraule ihn! Schicke ihn dahin, wo er hingehört! 

Danke. 

Alf, Knorkator

 

 

 

Sehr geehrte BVV-Abgeordneten,

mit einem sehr unguten Gefühl habe ich die Pläne verfolgt, die kulturellen Einrichtungen im Bezirk Pankow finanziell auszutrocknen, bis hin zur Schließung.

Leider habe ich es mehrmals erleben müssen, dass den Verantwortlichen erst nach der Umsetzung von Sparmaßnahmen klar wurde, dass die Schließung kultureller Einrichtungen für einen Bezirk oder Stadtteil verheerende Auswirkungen hat: Keine Treffpunkte mehr jenseits der Parkbank, keinen nachbarschaftlichen Austausch mehr, keine Möglichkeit mehr an unseren Kulturgütern teilzuhaben und teilzunehmen, kein kulturelles Erleben und Ausleben mehr in Einrichtungen, die für alle erschwinglich und erreichbar sein sollten.

Ich möchte Sie in aller Form bitten, Ihre Sparpläne bei sich selbst zu hinterfragen.

Fragen Sie sich, wie Sie leben möchten, und was Sie Ihren Mitmenschen und Wählern wünschen.

Und ich möchte Sie in aller Form auffordern: Kürzen Sie nicht, suchen Sie nach Lösungen, die so überaus wichtigen kulturellen Einrichtungen zu erhalten.

Beste Grüße

Armin Petras

 

 

Sehr geehrte BVV Pankow,

Hiermit protestiere ich gegen den geplanten Abbau kommunaler Kultureinrichtungen in Pankow, v.a. das Kulturareal Thälmann-Park. Orte wie die Wabe oder das Theater unterm Dach sind Identität für sehr viele. Überdenken Sie die Entscheidung, sie ist nicht gut für den Bezirk.

Mit freundlichen Grüßen

Rainald Grebe

 

 

Wichtigkeit: Hoch

PANKOW BRAUCHT KULTUR, AUCH DIE DER KLEINEN UND DER KLEINSTEN STÄTTEN

DIE KULTUR BRAUCHT PANKOW, VOR ALLEM DIE KLEINEN UND DIE KLEINSTEN STÄTTEN.

ICH GRÜSSE AUS DER VOLKSBÜHNE DIE STADTVERORDNETEN VON PANKOW:

ERHALTEN SIE DIE KULTURELLE VIELFALT DES BEZIRKS.

FRANK CASTORF

 

 

Was soll geschehen, wenn die vielen Kinder, die die neuen Bewohner 
des Bezirkes bekommen, heranwachsen und die Möglichkeiten für Bildene 
Kunst, Theater und Musik verschwunden sind?
Wenn jede Lückenbebauung mit Eigentumswohnungen mehr Wertschätzung 
erfährt, als kommunale Kultureinrichtungen. Wie spießig soll der 
Bezirk denn noch werden! Das wird sich ebenso rächen wie die 
verfehlte Bildungspolitik der vergangenen Jahre.
Steffi Kühnert Schauspielerin, Hamster Damm Bühnenbildner


Geehrte Ansprechpartner,
Die Künstler sind es ja, die die gesellschaftliche Bewußtseinsform eines Landes/Stadt ausdrücken, sie sind unser Spiegel. Gerade in zeiten des Umbruches ist nichts so wichtig, wie ein behutsames Miteinander. Das macht die Lebendigkeit einer Stadt, eines Ortes aus! Ihnen den Raum zu nehmen ist ein politisches Statement, das in seinem Ausmaß verheerende Folgen hat. Und gerade die Leute, Investoren, die wegen der Kreativität einer Stadt anlegen wollen finden sich wieder in der Rolle des Vertreibers? Damit ist niemandem gedient. Es geht um einen Dialog, den Austausch und gegenseitiger Befruchtung. Es geht um die Kunst des hinzufügens, des sowohl als auch. Nicht des entweder oders!
Im Sinne des Dialogs also, setzt euch nochmals an den Tisch, findet Lösungen, die beide Seiten befriedigen und dem Wohl der Stadt,des Bezirks dienen.
Amina Gusner,Schauspieldirektorin in Thüringen


Sie sind wortbrüchig. Ihnen ist die Phantasie ausgegangen. Peinlich. Das Geld regiert. Ein Armutszeugnis für Politik. Das Vertrauen ist hin. Ich bin empört.

Thomas Rühmann - Schauspieler

 

 

 

Das THEATER UNTERM DACH muss bleiben, es können doch nicht überall

coffeshops entstehen, Herrgott... Schließlich ist Berlin bekannt für seine
lebendige off Theater Szene. Und ich würde, ehrlich gesagt gern wieder ein
Projekt dort machen.
Katja Riemann

 

 

 

Rat für die Künste Sprecher Leonie Baumann Kay Wuschek

 

Kontakt Lona Wulff  wulff@deutschestheater.de

 

Webseite www.rat-fuer-die-kuenste.de

 

 

Anderes war versprochen: Zu den katastrophalen Sparvorhaben im Bezirk Pankow

Offener Brief des Rats für die Künste

 

Die katastrophalen Verlautbarungen aus dem Bezirk Pankow über paradigmatisch zu

nennende Abwicklungsabsichten öffentlich finanzierter und geförderter Kultur und

Bildungsangebote sind ein Alarmsignal für die ganze Stadt.

Noch vor der Berliner Wahl im September 2011 sahen sich angetretene Parteien in einer Gesamtverantwortung für die Kultur in der Stadt. Auf Anfragen des Deutschen Kulturrates war man mit Antworten nicht verlegen.

Beispiele: „Kultur fördert Kreativität, vermittelt gesellschaftliche Werte und Zielvorstellungen, schafft Identität und ermöglicht Identifikation. Kulturpolitik ist daher für die SPD Berlin keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft. Ziel ist es, Berlins einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten und zu pflegen. Dazu gehört eine gezielte Infrastrukturförderung auf Landes- und auf Bezirksebene...“

Auch Bündnis 90/Die Grünen Berlin sahen sich „...in der Verantwortung für die Kultur in

der ganzen Stadt, von Spandau bis Köpenick und von Pankow bis Neukölln. Die

kommunalen Kultureinrichtungen in den Bezirken sind integraler Bestandteil der

städtischen Kulturlandschaft Berlins. Ihren Erhalt und ihre Weiterentwicklung betrachten

wir als gesamtstädtische Aufgabe, die nur in enger Abstimmung mit den Bezirken

entwickelt werden können...“ Die Linke Berlin sah einen Schwerpunkt in der Sicherung

der kulturellen Angebote der Bezirke: „...Die Kulturarbeit in den Bezirken ist ein wichtiger Bestandteil der gesamtstädtischen Kulturpolitik...“ Und auch die CDU Berlin fand gute Worte für die Bedeutung der Kultur in dieser Stadt, schätzt die kulturelle Vielfalt, auch die bezirkliche, bleibt aber etwas gebremst, wenn sie bedauert: „ Die Bezirke in Berlin haben leider einen anderen rechtlichen Status als Gemeinden und Kommunen in den Flächenländern. Die Berliner CDU will an den Globalzuweisungen an die Bezirke festhalten. Wir meinen auch, die Auseinandersetzung darüber, wie viel Kultur sich in einem Bezirk ereignet, muss Gegenstand der politischen Auseinandersetzung in den jeweiligen Bezirken sein...“

Inzwischen steht nicht nur das Berliner Wahlergebnis fest, sondern auch die Koalition

zwischen SPD und CDU zum Wohle des Landes. Im vorletzten Kapitel der

Koalitionsvereinbarung wird nicht nur in vielfältigsten Bezügen „Berlin als eine globale

Kulturmetropole“ beschworen, Kunst, Kultur und die Kreativszene zu den zentralen

Grundressourcen der Stadt gezählt. Es steht ebenso geschrieben: „Zum Reichtum gehört auch die Vielfalt der bezirklichen Kultureinrichtungen wie die kommunalen Galerien, Bibliotheken und Musikschulen.“

Alle diese Worte wurden und sind gesprochen mit dem Wissen darum, dass das Land

Berlin mehr als 60 Milliarden Schulden hat und die nun beginnende Legislaturperiode

angesichts Konsolidierungsdruck, Schuldenbremse und absehbaren Kostensteigerungen mit Einsparungen und Umschichtungen im Haushalt verbunden sein wird. Dabei ist bekannt, dass der Anteil der Ausgaben für Kultur in den Bezirkshaushalten nur gering ist, insbesondere wenn es um die freie Szene geht und um die Sicherung qualifizierter kultureller Infrastruktur.

Vor der Wahl ist nach der Wahl, die Worte aus der Politik sollen an den Handlungen

gemessen werden und die Künstlerinnen und Künstler, die wirklichen Kulturakteure in

dieser Stadt, fordern nachhaltig ihre Beteiligung an der Gestaltung dieser Stadt ein, zu

deren weltweitem Image, mit dem die Politik so gerne wirbt, sie maßgeblich beigetragen

hat und beiträgt. Das gilt sowohl für die Landesebene wie auch für die Bezirksebene und das gilt vor allem dann, wenn es um die Weichenstellungen im Haushalt für die nächsten Jahre geht.

Die katastrophalen Verlautbarungen aus dem Bezirk Pankow sind ein Alarmsignal für die ganze Stadt. Gerade der Bezirk, der Teil Berlins, der in den Entwicklungen seit den 90er Jahren zum Kulturimage der Hauptstadt viel beigetragen hat, der von seinem Ruf lebt, einer äußerst lebendigen künstlerischen und kulturellen (wie auch internationalen!) Szene eine Heimat zu bieten, setzt unter den gegeben Sparzwängen die falschen Zeichen.

Gerade dieser Bezirk, der für seine Dichte an Künstlern und Kulturschaffenden bekannt

ist, der zugleich von Gentrifizierungsprozessen, Immobilienverwertungen und damit von

Anwanderungen derer betroffen ist, die mit ihren lokal wie überregional wirkenden

künstlerischen Projekten und Interventionen den Charme des Bezirks ausmachen,

insbesondere den Prenzlauer Berg am Leben und in der öffentlichen Aufmerksamkeit

halten, wäre zu einer offensiveren Kulturpolitik aufgefordert. Pankow aber handelt

stattdessen gegen seine eigene Interessen und die der ganzen Stadt. Bei gut 1 Mio Euro Einsparvorgaben allein für das Jahr 2012 ist der radikale Einbruch und langfristige

Schaden für das kulturelle Leben (nicht nur) in Pankow vorprogrammiert.

Wir fordern daher den Bezirk auf, nicht die verbliebene öffentliche und freie Kunst- und

Kulturszene weiter zu schleifen, sondern sie zu stabilisieren und angemessene

Rahmenbedingungen für ihre weitere Entwicklung zu sichern, die letzten verbliebenen

öffentlichen Kultureinrichtungen wie die bezirklichen Galerien (Pankow und Parterre), das Theater unterm Dach, die Wabe, die breit aufgestellten künstlerischen Werkstätten bis hin zum Kulturzentrum Brotfabrik in ihrer weiteren Arbeit adäquat zu unterstützen, in die vorhandene Infrastruktur zu investieren und nicht zuletzt die Mittel für die freien Projekte auch für die Zukunft sicherzustellen. Angesichts der Größenordnung dieses Bezirks und seines auch weiter zu erwartenden Wachstums sowie der anstehenden Zukunftsaufgaben dürfen die Ausgaben für Kultur keinesfalls weiter sinken.

Wir begrüssen zwar die Mahnung des Staatssekretärs für Kultur, André Schmitz, mit der er den Bezirk auffordert, von den geplanten Schließungen Abstand zu nehmen.

Wir denken aber auch, dass im Sinne einer Gesamtverantwortung für die Kultur Berlins

die bezirklichen Haushalte vom Land auch so ausgestattet sein müssen, dass diese ihrer kulturellen Verantwortung nachkommen können. Welche und wie viel Kultur sich ein Bezirk „leisten“ will und kann ist zwar eine Sache der Aushandlung in den Bezirken selbst, aber sie stellt nicht auf Willkür oder Belieben ab und sie funktioniert nicht ohne

Handlungsspielräume.

Daher mahnen wir an, die Auseinandersetzungen zwischen Land und Bezirk/en um die

Finanzierung des Haushalts nicht auf dem Rücken derjenigen auszutragen, die nach

Aussage aller Parteien zur Zukunftsressource der Stadt gehören. Anderes war

versprochen.

 

Rat für die Künste Berlin

 

Berlin, den 20.02. 2011

per Mail an: i-planung@ba-pankow.verwalt-berlin.de

 

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir haben uns im Jahr 2010 sehr gefreut, dass der Bezirk Pankow und seine Bezirksverordneten sich für die Sanierung des Kommunalen Kulturstandortes Thälmann- Park eingesetzt haben. Nach unserem Kampf als Künstler um die Erhaltung unserer Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten schien dies der Beginn zu sein, von nun an gemeinsam für die Erhaltung der kommunalen Kultur im Bezirk zu kämpfen.

Inzwischen haben wir erfahren, dass der Berliner Senat leider nicht bereit ist, das Kulturareal auf die Investitionsliste zu setzen. Das bedauern wir sehr. Aber natürlich gehen wir weiter davon aus, dass der Bezirk Pankow zu seinem Wort steht und die versprochenen Sanierungsmittel auch tatsächlich in die marode Gebäudesubstanz investiert.

Wir sind daher sehr irritiert, dass plötzlich nur noch 200.000 Euro vorgesehen sind und diese auch erst 2015. Wir bitten Sie um eine Erklärung dafür bzw. um die entsprechende Korrektur in der Planung.

Wir werden weiter mit Engagement, Bürgernähe und Öffentlichkeit für die Erhaltung des Kulturareals streiten. Wir werden nicht zulassen, dass das Kulturareal Thälmann- Park verfällt. Und natürlich werden wir über unser Netzwerk wie auch bisher die Pankower Bürger und die Presse über alle Entscheidungen der BVV differenziert informieren. Deshalb werden wir diesen Brief auch auf unserer Webseite veröffentlichen. Und die Entscheidung der BVV dazu auch.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr Aktionsbündnis Berliner Künstler

 

Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister und Kultursenator von Berlin,

Herrn Klaus Wowereit

Zur Info an André Schmitz, Staatssekretär für Kultur und

Michael Müller, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD Berlin

 

Vom Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de

kuenstlerprotest@aol.com

 

 

Per Mail

der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de

poststelle@kultur.berlin.de

michael.mueller@spd.parlament-berlin.de

 

Sehr geehrter Herr Wowereit,

 

in den letzten Wochen gab es einige schlechte Nachrichten für die Berliner Kulturlandschaft, die durch Sparzwänge ausgelöst wurden und große Diskussionen unter Künstlern, unter Politikern und in der Öffentlichkeit ausgelöst haben. Nun kommt eine weitere schlechte Nachricht hinzu. Die SPD- Fraktion in der BVV Pankow stellt zusammen mit Bündnis90/ Die Grünen am 15.07.09 die Drucksache 841 zur Abstimmung, in der das größte kommunale Kulturzentrum Berlins, das Kulturensemble am Thälmannpark, in seiner Existenz gefährdet wird. Hier geht es aber nicht um Finanznot, hier geht es um reinen Lobbyismus! Was passiert?

SPD und Grüne haben im April 2009 mit ihrer Stimmenmehrheit in der BVV beschlossen, dass Kinder- und Jugendzentrum im Eliashof (Senefelder Str.6) zu schließen, um dort eine Grundschule einzurichten. Den Initiativen vom Eliashof wurde versprochen, nach Ersatzstandorten zu suchen. Waren anfangs noch zahlreiche Alternativen im Gespräch, hat sich die Aktivität von SPD, Grünen und den Initiativen aus dem Eliashof sehr schnell auf eine Immobilie konzentriert: das Kulturareal am Thälmannpark. Das Bezirksamt hat sich im Wesentlichen passiv verhalten.

Eine Begehung und eine Bedarfsanmeldung haben dann ergeben: Der Thälmannpark hat 1.200qm Platz, die von den dortigen kommunalen Einrichtungen WABE, Theater unterm Dach, Galerie parterre und Kunsthaus e.V. genutzt werden. Die Initiativen aus dem Eliashof haben eine Bedarfsanmeldung von 1.100qm Platz. Selbst bei Sanierung und Umbau könnte niemals das Doppelte an räumlichen Kapazitäten gewonnen werden.

Damit hätte die Prüfung des Standorts Thälmannpark erledigt sein können. Es kam aber anders… Noch im April 2009 hat Bezirksbürgermeister Köhne (SPD) geäußert, es dürfe nicht zu einer Situation kommen, "in der Kultur gegen Kultur ausgespielt wird". Doch nun passiert genau das! Statt nach weiteren Alternativen zu suchen, haben SPD und Grüne einen Antrag an die BVV gestellt, über den am 15.07.09 entschieden werden soll. In diesem Antrag haben sie

a) wider besseren Wissens erneut festgeschrieben, alle Initiativen vom Eliashof in den Thälmannpark zu verlagern und

b) die Option eröffnet, die dortigen "Angebote zu verlagern".

Auf Deutsch: Hier wird ein Austausch der kommunalen Kultur gegen die Kinder- und Jugendinitiativen vorbereitet! Bleibt die Frage- warum das Ganze, wo es doch Alternativen gibt (die wir Ihnen bei Bedarf gern vorstellen können)?

 

Wir bitten Sie, sich als Regierender Bürgermeister und Kultursenator von Berlin mit genau dieser Frage schnell und aktiv in den Prozess einzumischen!

 

Wir haben kein Verständnis dafür, wenn ohne jede Notwendigkeit durch die SPD und die Grünen in Pankow kulturelle Einrichtungen zerstört werden, die berlinweit und darüber hinaus bekannt sind und mit geringstem finanziellem Aufwand sehr erfolgreich arbeiten. Um diese Einrichtungen zu schützen, hat sich das Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow gegründet, dem inzwischen über 450 Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur angehören. Bitte lesen Sie die Liste der Unterstützer und helfen Sie, den bedeutenden kommunalen Kulturstandort zu erhalten und zu stärken!

 

Berlin, den 12.07.09

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

 

 

 

Offener Brief an Herrn Wolfgang Thierse, Bundestagsabgeordneter des Bezirks Pankow, Kandidat für ein Direktmandat bei der Bundestagswahl 2009 für die SPD

 

Vom Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de

kuenstlerprotest@aol.com

 

 

per Mail

wolfgang.thierse@wk.bundestag.de

 

Sehr geehrter Herr Thierse,

 

in den letzten Wochen gab es einige schlechte Nachrichten für die Berliner Kulturlandschaft, die durch Sparzwänge ausgelöst wurden und große Diskussionen unter Künstlern, unter Politikern und in der Öffentlichkeit ausgelöst haben. Nun kommt eine weitere schlechte Nachricht hinzu. Die SPD- Fraktion in der BVV Pankow stellt zusammen mit Bündnis90/ Die Grünen am 15.07.09 die Drucksache 841 zur Abstimmung, in der das größte kommunale Kulturzentrum Berlins, das Kulturensemble am Thälmannpark, in seiner Existenz gefährdet wird. Hier geht es aber nicht um Finanznot, hier geht es um reinen Lobbyismus! Was passiert?

SPD und Grüne haben im April 2009 mit ihrer Stimmenmehrheit in der BVV beschlossen, dass Kinder- und Jugendzentrum im Eliashof (Senefelder Str.6) zu schließen, um dort eine Grundschule einzurichten. Den Initiativen vom Eliashof wurde versprochen, nach Ersatzstandorten zu suchen. Waren anfangs noch zahlreiche Alternativen im Gespräch, hat sich die Aktivität von SPD, Grünen und den Initiativen aus dem Eliashof sehr schnell auf eine Immobilie konzentriert: das Kulturareal am Thälmannpark. Das Bezirksamt hat sich im Wesentlichen passiv verhalten.

Eine Begehung und eine Bedarfsanmeldung haben dann ergeben: Der Thälmannpark hat 1.200qm Platz, die von den dortigen kommunalen Einrichtungen WABE, Theater unterm Dach, Galerie parterre und Kunsthaus e.V. genutzt werden. Die Initiativen aus dem Eliashof haben eine Bedarfsanmeldung von 1.100qm Platz. Selbst bei Sanierung und Umbau könnte niemals das Doppelte an räumlichen Kapazitäten gewonnen werden.

Damit hätte die Prüfung des Standorts Thälmannpark erledigt sein können. Es kam aber anders… Noch im April 2009 hat Bezirksbürgermeister Köhne (SPD) geäußert, es dürfe nicht zu einer Situation kommen, "in der Kultur gegen Kultur ausgespielt wird". Doch nun passiert genau das! Statt nach weiteren Alternativen zu suchen, haben SPD und Grüne einen Antrag an die BVV gestellt, über den am 15.07.09 entschieden werden soll. In diesem Antrag haben sie

a) wider besseren Wissens erneut festgeschrieben, alle Initiativen vom Eliashof in den Thälmannpark zu verlagern und

b) die Option eröffnet, die dortigen "Angebote zu verlagern".

Auf Deutsch: Hier wird ein Austausch der kommunalen Kultur gegen die Kinder- und Jugendinitiativen vorbereitet! Bleibt die Frage- warum das Ganze, wo es doch Alternativen gibt (die wir Ihnen bei Bedarf gern vorstellen können)?

 

Wir bitten Sie, sich als Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Pankow und als Direktkandidat für die kommende Bundestagswahl mit genau dieser Frage schnell und aktiv in den Prozess einzumischen!

 

Wir haben kein Verständnis dafür, wenn ohne jede Notwendigkeit durch die SPD in Pankow kulturelle Einrichtungen zerstört werden, die berlinweit und darüber hinaus bekannt sind und mit geringstem finanziellem Aufwand sehr erfolgreich arbeiten. Um diese Einrichtungen zu schützen, hat sich das Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow gegründet, dem inzwischen über 450 Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur angehören. Bitte lesen Sie die Liste der Unterstützer und helfen Sie, den bedeutenden kommunalen Kulturstandort zu erhalten und zu stärken!

 

Berlin, den 12.07.09

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

 

 

Offener Brief an Matthias Köhne, Bezirksbürgermeister von Pankow

 

vom

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de

kuenstlerprotest@aol.com

 

per Mail an

matthias.koehne@ba-pankow.verwalt-berlin.de

 

Zur Kenntnis an

Vorsteher der BVV Pankow, Herrn Burkhard Kleinert, bvvb10@ba-pankow.verwalt-berlin.de

 

Berlin, 12.07.2009

 

Sehr geehrter Herr Köhne, auf Ihrer Homepage versprechen Sie:

 

"Glaubwürdig und bürgernah die Interessen Pankows vertreten, darin sehe ich meine Aufgabe als Bezirksbürgermeister. Glaubwürdigkeit bedeutet auch unbequeme Wahrheiten aussprechen, den Leuten nicht opportunistisch nach dem Munde reden und keine falschen Versprechungen machen. … Ich möchte, dass die Menschen gerne in Pankow leben und hierher ziehen. Ich will das fördern, was dazu dient, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt am gesellschaftlichen und kulturellen Leben im Bezirk teilhaben können."

 

Wir haben dieses Zitat an den Beginn unseres offenen Briefes gestellt, weil wir Ihre Selbstdarstellung ernst nehmen und Sie daher um Stellungnahme zu aktuellen Problemen des Bezirks bitten. In den Pressemeldungen auf Ihrer Website fehlen leider die Artikel um die Auseinandersetzung um den Thälmannpark. Sie finden Sie unter www.aktionsbündnis-berliner-kuenstler.de Dazu haben wir einige Fragen und bitten um Ihre Antworten.

 

Aus der Drucksache VI-0599 der BVV Pankow, Beschluss vom 1. April 2009:

 

I.Das Kinder- und Jugendkulturzentrum "Eliashof", Senefelderstr. 6, in 10437 Berlin, wird mit der Zielsetzung ab dem Schuljahr 2010/ 2011 eine 2-zügige Grundschule aufzunehmen zu einem integrierten Schul- und Musikschulstandort entwickelt.

II.Das Bezirksamt entwickelt zusammen mit den Betroffenen ein Konzept zur Verlagerung der

Jugendkulturangebote des Eliashofs in andere geeignete bezirkliche Objekte.

V.Für die am Eliashof ansässigen Initiativen und den Musikschulstandort in der Pappelallee werden umgehend

Ersatzstandorte geschaffen. Die Initiativen werden möglichst gemeinsam vorzugsweise im Sanierungsgebiet

Helmholtzplatz oder in der näheren Umgebung untergebracht.

a. Als Ausweichstandort für die Initiativen ist das Kulturensemble im Thälmannpark zu prüfen. Diese Prüfung

und eventuelle Umsetzung soll in enger Abstimmung mit den dort bereits ansässigen Angeboten, den aus dem

Eliashof zu verlagernden Initiativen, dem Fachbereich Kunst und Kultur und der BVV geschehen. Hierfür soll

eine Projektgruppe unter Beteiligung der genannten Akteure unter Leitung einer Vertreterin/eines Vertreters der

BVV eingerichtet werden.

 

Ist mit "Ersatzstandorte schaffen" gemeint, dass die bezirklichen Einrichtungen des Kulturareals Thälmannpark den freien Initiativen aus dem Eliashof Platz machen sollen? Wir zitieren noch einmal: Das Kulturareal Thälmannpark sollte als "möglicher" Ausweichstandort geprüft werden und zwar in "enger Abstimmung mit den dort bereits ansässigen Angeboten". Die Fraktionen von SPD und Bündnis90/ Grüne haben sich in der Aufgabenstellung der BVV offenbar verlesen oder sie haben eine sehr eigenwillige Interpretation, wenn Sie nun in Ihrem Antrag für die BVV am 15.07.2009 "Kulturensemble am Thälmannpark- Konzeption" formulieren:

 

Drucksache VI-0841

Für die Konzepterstellung sind die folgenden Rahmenvorgaben maßgeblich:…

o Berücksichtigung der konzeptionellen Integration sowie räumlichen Unterbringung der derzeit noch im Kinder- und Jugendkulturzentrum Eliashof ansässigen Initiativen (Murkelbühne, Prenzlkasper, Flatback & Cry, Klangschmiede, Interkulturelle Kiezbühne Prenzlauer Berg und Initiative Bürgerstiftung Prenzlauer Berg).

o Weiterentwicklung der derzeit im Thälmannparkensemble ansässigen und der ggf. zu verlagernden Angebote (s.o.)

 

Auf Deutsch: Die Initiativen aus dem Eliashof sind im Thälmannpark unterzubringen und die dortigen Angebote müssen eben weichen, wenn der Platz nicht reicht. Unter www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de sprechen sich jedoch über 400 bekannte Künstler für die Notwendigkeit aus, diese bezirklichen Einrichtungen und ihr Konzept zu erhalten. Die Projektgruppe "Thälmannpark" hat ihre Arbeit noch nicht beendet, deshalb wundert es uns, auf welcher Basis Ihre Partei und Bündnis90/ Grüne jetzt von den Abgeordneten der BVV eine Abstimmung erwarten. Wir sind uns ja in der Projektgruppe "Thälmannpark" in vielem nicht einig, aber wir haben immerhin gemeinsam die räumlichen Kapazitäten geprüft.

 

Und die haben Folgendes ergeben:

Platzangebot im Thälmannpark ca. 1.200 qm. Diese Fläche wird von den bezirklichen Einrichtungen voll genutzt. Selbst nach Sanierung und Umbau ist absolut unmöglich, die Initiativen aus dem Eliashof aufzunehmen, denn diese haben einen Platzbedarf von 1.110 qm angemeldet!

 

Und daher kommen wir jetzt zu unseren Fragen:

1. Noch im April 2009 haben Sie gesagt, dass es nicht zu einer Situation kommen darf, in der Kultur gegen Kultur ausgespielt wird. Wie beurteilen Sie die Situation jetzt und welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

2. Wenn Sie in Ihrer Homepage dazu stehen, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, dann wäre jetzt eine Gelegenheit dazu. Haben Sie als Bezirksbürgermeister vor, die bezirklichen Einrichtungen aus dem Thälmannpark zu verdrängen?

3. Wenn ja- warum?

4. Wenn nicht- was unternehmen Sie, um dies zu verhindern?

5. Wie ist Ihre Haltung zum Abwicklungsvorschlag "Kulturensemble am Thälmannpark- Konzeption" (Drucksache VI-0841)?

6. Welches Abstimmungsverhalten werden Sie den Mitgliedern Ihrer Fraktion raten und warum?

 

 

Wir werden diesen offenen Brief und auch Ihre Antwort auf unserer Website veröffentlichen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Für das

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

 

Wenke Hardt, Ralph Hüttig, Daniela Herr, Prof. Jens Becker

 

 

 

Herrn Heiko Thomas, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, Kandidat für ein Direktmandat bei der Bundestagswahl 2009 im Wahlkreis Pankow für die Grünen

Zur Info an die Vorsitzende des Ausschusses für kulturelle Angelegenheiten, kultur- und medienpolitische Sprecherin der Grünen, Frau Alice Ströver

 

Vom Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de

kuenstlerprotest@aol.com

 

Offener Brief

 

Per Mail

heiko.thomas@gruene-pankow.de

alice.stroever@gruene-fraktion-berlin.de

 

Sehr geehrter Herr Thomas,

 

in den letzten Wochen gab es einige schlechte Nachrichten für die Berliner Kulturlandschaft, die durch Sparzwänge ausgelöst wurden und große Diskussionen unter Künstlern, unter Politikern und in der Öffentlichkeit ausgelöst haben. Nun kommt eine weitere schlechte Nachricht hinzu. Bündnis 90/ Die Grünen und die SPD- Fraktion in der BVV Pankow stellen am 15.07.09 die Drucksache 841 zur Abstimmung, in der das größte kommunale Kulturzentrum Berlins, das Kulturensemble am Thälmannpark, in seiner Existenz gefährdet wird. Hier geht es aber nicht um Finanznot, hier geht es um reinen Lobbyismus! Was passiert?

Grüne und SPD haben im April 2009 mit ihrer Stimmenmehrheit in der BVV beschlossen, dass Kinder- und Jugendzentrum im Eliashof (Senefelder Str.6) zu schließen, um dort eine Grundschule einzurichten. Den Initiativen vom Eliashof wurde versprochen, nach Ersatzstandorten zu suchen. Waren anfangs noch zahlreiche Alternativen im Gespräch, hat sich die Aktivität von SPD, Grünen und den Initiativen aus dem Eliashof sehr schnell auf eine Immobilie konzentriert: das Kulturareal am Thälmannpark. Das Bezirksamt hat sich im Wesentlichen passiv verhalten.

Eine Begehung und eine Bedarfsanmeldung haben dann ergeben: Der Thälmannpark hat 1.200qm Platz, die von den dortigen kommunalen Einrichtungen WABE, Theater unterm Dach, Galerie parterre und Kunsthaus e.V. genutzt werden. Die Initiativen aus dem Eliashof haben eine Bedarfsanmeldung von 1.100qm Platz. Selbst bei Sanierung und Umbau könnte niemals das Doppelte an räumlichen Kapazitäten gewonnen werden.

Damit hätte die Prüfung des Standorts Thälmannpark erledigt sein können. Es kam aber anders… Noch im April 2009 haben Sie in Ihrem Blog nach einem Besuch des Theaters unterm Dach geäußert, "dass nicht die eine Bühne gegen die Andere ausgespielt werden darf. Es kann nicht darum gehen die eine Bühne gegen die andere auszutauschen. Das ist kein Zukunftstaugliches Konzept. Pankow wird beide noch dringend brauchen."

Doch nun passiert durch Ihre Partei genau das! Statt nach weiteren Alternativen zu suchen, haben die Grünen zusammen mit der SPD einen Antrag an die BVV gestellt, über den am 15.07.09 entschieden werden soll. In diesem Antrag haben Grüne und SPD

a) wider besseren Wissens erneut festgeschrieben, alle Initiativen vom Eliashof in den Thälmannpark zu verlagern und

b) die Option eröffnet, die dortigen "Angebote zu verlagern".

Auf Deutsch: Hier wird ein Austausch der kommunalen Kultur gegen die Kinder- und Jugendinitiativen vorbereitet! Bleibt die Frage- warum das Ganze, wo es doch Alternativen gibt (die wir Ihnen bei Bedarf gern vorstellen können)?

 

Wir bitten Sie, sich als Direktkandidat für die kommende Bundestagswahl mit genau dieser Frage schnell und aktiv in den Prozess einzumischen!

 

Wir haben kein Verständnis dafür, wenn ohne jede Notwendigkeit durch die Grünen in Pankow kulturelle Einrichtungen zerstört werden, die berlinweit und darüber hinaus bekannt sind und mit geringstem finanziellem Aufwand sehr erfolgreich arbeiten. Um diese Einrichtungen zu schützen, hat sich das Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow gegründet, dem inzwischen über 450 Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur angehören. Bitte lesen Sie die Liste der Unterstützer und helfen Sie, den bedeutenden kommunalen Kulturstandort zu erhalten und zu stärken!

 

Berlin, den 12.07.09

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

 

 

 

Offener Brief an Frau Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD), Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport in Berlin- Pankow

 

vom

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de

kuenstlerprotest@aol.com

 

per Mail

lioba.zuern-kasztantowicz@ba-pankow.verwalt-berlin.de

 

Zur Kenntnis an

Bezirksbürgermeister Herrn Matthias Köhne, matthias.koehne@ba-pankow.verwalt-berlin.de

Vorsteher der BVV Pankow Herrn Burkhard Kleinert, bvvb10@ba-pankow.verwalt-berlin.de

Bezirksstadtrat für Kultur Herrn Michail Nelken, michail.nelken@ba-pankow.verwalt-berlin.de

Berlin, 12.07.2009

Sehr geehrte Frau Lioba Zürn-Kasztantowicz,

 

wir, das Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow, bitten Sie um Antwort auf einige aktuelle Fragen.

 

Uns geht es um den Erhalt des Kulturareals Thälmannpark, des letzten großen kommunalen Kulturzentrums in einem Bezirk mit 350.000 Einwohnern! Unter www.aktionsbuendnis-berliner-kuenstler.de sprechen sehr bekannte Persönlichkeiten für die Notwendigkeit, den Erhalt und die Qualität der dort ansässigen Einrichtungen und ihres Konzepts. Wir wenden uns gegen den exemplarischen Abbau von Basiskultur in der Stadt Berlin! Alle Bezirke haben inzwischen stark unter dieser kurzsichtigen und verfehlten Kommunalpolitik zu leiden! Sehr gut nachzulesen im Textarchiv der Berliner Zeitung, Feuilleton, 08.06.09 unter der Überschrift: "Oben Füllhorn, unten Armut; 100 Millionen fließen aus dem Konjunkturtopf in die Kultur - an der Basis kommt davon nichts an" von Birgit Walter.

 

Es gab und gibt inzwischen unzählige Initiativen, die sich gegen diese Politik verwahren! Wie wird darauf reagiert? Mit einem Prinzip, das Methode hat, so wie in unserem speziellen Fall. Nennen wir es "Tatort Thälmannpark":

 

1999 wurde die Grundschule Senefelderstr. 6 geschlossen. Mit EU- Mitteln in Millionenhöhe entstand dort sukzessive das Kinder- und Jugendkulturzentrum Eliashof. Zehn Jahre später im Frühjahr 2009 fassten SPD und Grüne einen folgenschweren Mehrheitsbeschluss: Der Eliashof soll wieder Grundschule werden, wobei dieser Ort aber den Bedarf an Grundschulplätzen bei weitem nicht abdeckt und nur eine Übergangslösung darstellt! Eine grundsätzliche Lösung, nämlich der Bau einer neuen Grundschule, wurde dagegen sehr schnell ausgeschlossen. Aus dieser Mehrheitsentscheidung resultiert nun, dass die EU- Fördergelder zurückgezahlt werden müssen und die Freien Träger des Eliashofs "obdachlos" werden.

Der Bereich Schule zieht sich zurück, das Kulturamt soll sich um Räume für die Freien Träger kümmern. Es gibt aber kaum noch kommunale Einrichtungen im Bezirk. Das Kulturareal Thälmannpark kommt nun "offiziell" ins Gespräch. Es sollen Raumkapazitäten geprüft werden. Eine Projektgruppe mit Vertretern aus dem Eliashof und dem Kulturareal Thälmannpark wird "einberufen" und mit dieser Aufgabe betraut. Die Prüfung der räumlichen Kapazitäten ergab Folgendes: Das von den bezirklichen Einrichtungen ausgenutzte Platzangebot im Thälmannpark beträgt ca. 1.200 qm. Der Eliashof hat einen Platzbedarf von 1.110 qm angemeldet und sieht noch einen Mehrbedarf. Der Konsens beider Seiten - es geht nicht!

Die Projektgruppe wird weiter "beschäftigt" und das Kulturamt soll sich ein "Konzept" überlegen, was beide Kulturareale auf dem Gelände des Kulturensembles Thälmannpark vereinen soll - eine technisch, rechnerisch und konzeptionell nicht zu erfüllende Aufgabe in Anbetracht der beschriebenen Raumkapazitäten.

 

Bei Einberufung der Projektgruppe wurde sowohl von der Bezirksverordneten Frau Clara West (SPD), als auch vom Bezirksverordneten Herrn Cornelius Bechtler (Bündnis 90/Die Grünen) betont: "Die Projektgruppe arbeitet ergebnisoffen! Was nicht geht, geht nicht!" Auch die übrigen Fraktionen stimmten dieser Beteuerung zu.

An diese Aussage will sich nun - noch bevor die Projektgruppe ihre Ergebnisse der BVV überhaupt präsentieren kann - niemand erinnern. Frau West (SPD) will bei der BVV am 15.07.09 - ganz schnell vor der Sommerpause - mit einem Antrag, der den Fraktionen bereits vorliegt, Tatsachen schaffen.

Aber auch an anderen Stellen laufen längst Aktivitäten, welche die Einberufung der Projektgruppe als Scheinmanöver entlarven und deren Arbeit zur Alibiveranstaltung degradieren.

 

Hierzu unsere Fragen:

 

- Als Projektgruppenmitglieder "Thälmannpark" hatten wir in einem Schreiben an Frau West am 22.06.09 um die Bereinigung des Mail-Verteilers der Projektgruppe gebeten. Wie erklären Sie, dass eine am Eliashof ansässige Initiative Ihnen den Mailverkehr der Projektgruppe weitergeleitet hat? Wie erklären Sie, dass nicht Sie in Ihrer offiziellen Funktion als Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales und Schule in Berlin-Pankow diese Mail erhielten, sondern über lio@geotek.de? Welchen Bezug hat die Firma Geotek, ein IT-Systemhaus, das im Rahmen eines Forschungsprogramms des Berliner Senats gegründet wurde und wo Herr Martin Kasztantowicz (ein Verwandter, Frau Zürn-Kasztantowicz?) Geschäftsführer ist, zu der Arbeit der Projektgruppe? (siehe Anhang)

 

- Der Mailverkehr wurde ebenso versendet an Ralf Hillenberg (SPD), u.a. Vorsitzender des Petitionssausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin und der Geschäftsführer IPB.B Ingenieurbüro für Projektentwicklung und Baubetreuungs GmbH, Geschäftsfelder sind: Bauträger, Kauf und Verkauf von Immobilien, Erstellen von Gutachten.

 

Bei den nun folgenden Fragen beziehen wir uns u.a. auf die Drucksache VI-0599 der BVV Pankow:

 

I. Das Kinder- und Jugendkulturzentrum "Eliashof", Senefelderstr. 6, in 10437 Berlin, wird mit der Zielsetzung ab dem Schuljahr 2010/ 2011 eine 2-zügige Grundschule aufzunehmen zu einem integrierten Schul- und Musikschulstandort entwickelt.

 

II. Das Bezirksamt entwickelt zusammen mit den Betroffenen ein Konzept zur Verlagerung der

Jugendkulturangebote des Eliashofs in andere geeignete bezirkliche Objekte.

 

(…)

 

V. Für die am Eliashof ansässigen Initiativen und den Musikschulstandort in der Pappelallee

werden umgehend Ersatzstandorte geschaffen. Die Initiativen werden möglichst gemeinsam vorzugsweise im Sanierungsgebiet Helmholtzplatz oder in der näheren Umgebung untergebracht.

 

a. Als Ausweichstandort für die Initiativen ist das Kulturensemble im Thälmannpark zu prüfen. Diese Prüfung und eventuelle Umsetzung soll in enger Abstimmung mit den dort bereits ansässigen Angeboten, den aus dem Eliashof zu verlagernden Initiativen, dem Fachbereich Kunst und Kultur und der BVV geschehen. Hierfür soll eine Projektgruppe unter Beteiligung der genannten Akteure unter Leitung einer Vertreterin/eines Vertreters der BVV eingerichtet werden.

 

- Soll ein Problem, welches im Bereich Schule entstanden ist und an den Fachbereich Kunst und Kultur weitergereicht wurde, nun dem Bezirk "helfen", weitere kommunale Einrichtungen zu streichen?

 

- Ist mit "Ersatzstandorte schaffen" gemeint, dass die bezirklichen Einrichtungen des Kulturareals Thälmannpark den freien Initiativen aus dem Eliashof Platz machen sollen?

 

- Gibt es ein Konzept, welches das Bezirksamt zusammen mit den Betroffenen des Eliashofs zur Verlagerung der Jugendkulturangebote in andere bezirkliche Objekte entwickelt hat? Wenn ja, wann wird es der Projektgruppe vorgestellt?

 

Von Anfang an war bekannt, dass die Räumung des Eliashofs das Grundschulproblem gar nicht löst. Daher gehen wir davon aus, dass in der Abteilung Gesundheit, Soziales, Schule und Sport nach Alternativlösungen gesucht wird. Wir haben nur leider noch nichts davon gehört! Und daher kommen wir jetzt zu weiteren Fragen:

 

- Welche Haltung haben Sie zu den beschriebenen Problemen im Bereich Kultur, die durch den von Ihnen geleiteten Bereich Schule verursacht wurden?

 

- Welche Initiativen haben Sie inzwischen eingeleitet bzw. welche Alternativen prüfen Sie ernsthaft, um zur Lösung des neu entstandenen Problems beizutragen?

 

Wir zitieren noch einmal: Das Kulturareal Thälmannpark sollte als "möglicher" Ausweichstandort geprüft werden und zwar in "enger Abstimmung mit den dort bereits ansässigen Angeboten". Wenn Sie sich als Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport bei dieser Angelegenheit in der Pflicht fühlen, den Jugend- und Kulturangeboten des Eliashofs zu helfen, begrüßen wir das, aber bitte nicht mit dem Ergebnis, dass die bezirklichen Einrichtungen im Kulturareal Thälmannpark zerstört und damit die dort stattfindenden Veranstaltungen, Konzerte, Inszenierungen, Ausstellungen und Angebote namhafter Künstler abgewickelt werden.

 

Mittlerweile müssen wir davon ausgehen, dass genau dieses Ziel verfolgt wird. Wir zitieren aus dem Antrag "Kulturensemble am Thälmannpark-Konzeption" von SPD und Grünen, über den die BVV am 15.07.09 entscheiden soll:

 

Drucksache VI-0841

Für die Konzepterstellung sind die folgenden Rahmenvorgaben maßgeblich:(…)

o Berücksichtigung der konzeptionellen Integration sowie räumlichen Unterbringung der derzeit noch im Kinder- und Jugendkulturzentrum Eliashof ansässigen Initiativen (Murkelbühne, Prenzlkasper, Flatback & Cry, Klangschmiede, Interkulturelle Kiezbühne Prenzlauer Berg und Initiative Bürgerstiftung Prenzlauer Berg).

o Weiterentwicklung der derzeit im Thälmannparkensemble ansässigen und der ggf. zu verlagernden Angebote (s.o.)

 

Seien Sie versichert, dass wir uns als Aktionsbündnis gegen dieses Vorhaben mit allen Kräften zur Wehr setzen! Wir veröffentlichen diesen offenen Brief und auch Ihre Antwort auf unserer Website. In gespannter Erwartung auf die Beantwortung unserer Fragen und

mit freundlichen Grüßen

 

Für das

Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen den Kulturabbau in Pankow

 

Wenke Hardt, Ralph Hüttig, Daniela Herr, Prof. Jens Becker

 

Anhang:

 

Aus dem Mailverkehr der Projektgruppe

 

> -----Ursprüngliche Nachricht-----

> Von: Prenzlkasper@aol.com

> Gesendet: 25.06.09 19:48:48

> An: kathleenkrenzlin@online.de, clarawest@gmx.de, MKubusch@murkelbuehne.de, mail@cornelius-bechtler.de, eve.herder@yahoo.de, AndreasDomke@aol.com, christa.juretzka@ba-pankow.verwalt-berlin.de, info@singuhr.de, info@kunsthaus-ev.de, daniele.herr@gmx.de, monika.meiser@berlin.de, knut.gebhardt@t-online.de, klangschmiede@t-online.de, JBecker570@aol.com, wenkehardt@web.de, stefanie.remlinger@gruene-pankow.de, Klingerei@aol.com, christine@gebreyes.de, jf@brotfabrik-berlin.de, roewer@foerderband.org, claudia.wiedemer@gmx.net, theateruntermdach@gmx.de, info@wabe-berlin.de, martin.molitor@gmx.net, michail.nelken@ba-pankow.verwalt-berlin.de, info@fraktion-cdupankow.de, kontakt@linksfraktion-pankow.de, info@inkukbuehne.de, holger.dernbach@ba-pankow.verwalt-berlin.de, bvvb1@ba-pankow.verwalt-berlin.de, PUPPENTHEATER@aol.com, romy.koehler@buergerstiftung-pb.de, gabi.pompe@ba-pankow.verwalt-berlin.de

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